Februar 2017 // PM // Münchner ÖDP-Stadträte: Keine Rolle rückwärts: LiMux muss bleiben und der Datenschutz auch!

Pressemitteilung // ÖDP im Münchner Stadtrat
Keine Rolle rückwärts: LiMux muss bleiben und der Datenschutz auch!

München, 15/02/2017// Erst 2003 beschlossen, 2013 erfolgreich vollständig eingeführt und nun das: Eine volle Rolle rückwärts! Die Münchner SPD und CSU wollen zu Windows zurück. Auch wenn in der heutigen Vollversammlung nur ein Prüfauftrag beschlossen wurde, sieht es danach aus, dass das Ergebnis eigentlich bereits feststeht.

In einem Änderungsantrag haben sich die beiden Münchner ÖDP-Stadträte Sonja Haider und Tobias Ruff vehement gegen diese „Rolle rückwärts“ zurück zu Windows eingesetzt. „Die LH München hat doch die Aufgabe, ihren Bürgerinnen und Bürgern zu garantieren, dass die Hoheit über interne Daten der Stadt sowie die ihrer Bürger und Bürgerinnen im städtischen Verantwortungsbereich bleibt“, so Ruff. „Außerdem macht sich die Stadt damit klar abhängig von einem einzelnen Softwareunternehmen. Wenn dieses Unternehmen seinen Deutschlandsitz auch noch vor kurzem nach München verlegt hat, zeugt auch das nicht unbedingt von Unabhängigkeit. Außerdem geht es ja auch noch um Datenschutz und davon kann bei Windows 10 absolut nicht die Rede sein – das Betriebssystem ist eher eine Spyware und die Daten unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger sind dann in den Händen von Microsoft. Rechtssicherer Datenschutz sieht anders aus!“

„Betrachtet man die Finanzen, so fiele auch da eine Rückkehr zu Windows nicht besonders positiv für die Stadt aus“, so die Finanzexpertin und ÖDP-Stadträtin Sonja Haider und ergänzt „Für so eine Umstellung muss man mit circa 50 Millionen Euro rechnen und wenn man dann noch die bisher angegebenen Einsparungen durch den Einsatz von LiMux dazurechnet, werden es sicher nochmal ein paar Millionen mehr.“ [1] „Natürlich lief bei der städtischen IT vieles überhaupt nicht rund, “so die beiden Stadträte, aber selbst in dem Gutachten des Microsoft nahen Beratungsunter-nehmens Accenture falle das Urteil nicht gegen LiMux aus, denn das Betriebssystem sei nicht für die Probleme verantwortlich, sondern andere Faktoren ausschlaggebend. „Sich jetzt in ein mindestens abermals mindestens 10 Jahre währendes Abenteuer zu stürzen, verbunden mit ungewissem Ausgang, mangelhaftem Datenschutz und fahlem Beigeschmack, erinnert man sich an die großzügigen Offerten von Microsoft noch zu OB Udes Zeiten[2], kann so etwas weder den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch den Bürgerinnen und Bürgern zugemutet werden.“

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux
[2] Im Winter 2003 reiste Steve Ballmer, Chef von Microsoft, nach München, um mit Oberbürgermeister Christian Ude über das Angebot seiner Firma in Höhe von 36,6 Millionen US-Dollar und die Nachteile eines Abschieds vom Microsofts Betriebssystem zu sprechen. Er senkte den Preis zunächst auf 31,9 und dann auf 23,7 Millionen — sein Angebot wurde jedoch abgelehnt.[14] Wikipedia, abgerufen unter https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux

Hier gibt es noch einige Links zum Thema:
ÖDP-Stadtratsantrag aus dem Jahr 2003 zur Einführung von Linux
Aktueller ÖDP-Stadtratsantrag zum Thema Spyware in kommerziellen Programmen
Einfache Anleitung: Wie installiert man Linux mit wichtigen Standardprogrammen

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Stadtrat Tobias Ruff unter folgender Telefonnummer zur Verfügung: 089-123 05 587